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Aussen-WG

  • Versorgungsstruktur: Hoher Selbstversorgungsgrad
  • Örtlicher Rahmen: Eigenständige Wohneinheit im Haus Hochdorfer Straße 14
  • Personelle Ausstattung: 2 Mitarbeiter mit je 50 % Stellendeputat, 1 FSJ mit vollem Stellendeputat
  • Gruppengröße: Die Aussen-WG bietet Platz für 7-9 Bewohner

TWGEssplatz
Die Aussen-WG ist innerhalb der Arche der Ort, in dem
a) gezielt eine Vorbereitung auf ein selbstständiges Leben außerhalb der Arche stattfinden kann
b) die eigenen Fähigkeiten in Bezug auf selbstständige, eigenverantwortliche Lebensführung überprüft werden können (s. auch Ziele)

Die Aussen-WG gliedert sich hierfür in die beiden Bereiche „Wohnen“ und „Persönliche Entwicklung“. Beide Bereiche können sich gegenseitig beeinflussen.

Bereich Wohnen:

Die Organisation des Alltags in der WG wird in organisatorischen Gruppen und, wo nötig, in Einzelbetreuung gestaltet und betrifft die Aufgaben des täglichen Lebens mit all den dazugehörigen Notwendigkeiten wie Mahlzeiten (Speisepläne, Einkaufslisten, Einkauf, Kochen, usw.) Hygiene, Finanzen, Medikamente, Sauberkeit und Ordnung, Feste, Freizeiten... .
Die Unterstützung und Begleitung wird von den Mitarbeitern so gestaltet, dass bei diesen Aufgaben vom Bewohner die größtmögliche Selbstständigkeit und Eigenverantwortung erreicht werden kann.

Bereich persönliche Entwicklung:

Die persönliche Entwicklung wird in einer Gesprächsgruppe begleitet, in der die Bewohner die Möglichkeit haben, sich über gruppendynamische Prozesse und bestimmte eigene Verhaltensweisen auszutauschen, um neue Wahlmöglichkeiten im Verhalten und Änderungsstrategien für sich zu finden.

Die für diesen Bereich festgelegten Teile der IBRP - individuellen Hilfeplanung werden hauptsächlich in der Bezugspersonenarbeit geleistet.

1. Konzeptionelle Idee der TWG

Die TWG ist für folgende Möglichkeiten gedacht:
a) Als Vorbereitungsphase für einen Auszug aus dem Wohnheim
b) Zum Einüben von Fähigkeiten, die zum selbstständigen Leben außerhalb der Einrichtung notwendig sind
c) Zum Erlernen, einen höheren Grad an Eigenverantwortung zu übernehmen
d) Zum Ausprobieren, ob und welches Maß an Selbstständigkeit individuell noch vorhanden ist, ohne konkretes Auszugsziel

2. Ziel

Vorbereitung auf ein selbstbestimmtes Leben außerhalb des Arche-Wohnheims.
Die persönlichen Ziele der Bewohner werden vor der Aufnahme in die WG besprochen. Die genannten Ziele werden regelmäßig gemeinsam mit Mitarbeitern und Mitbewohnern auf Aktualität hin überprüft.

3. Prinzipien

  • Bisherige Verhaltensweisen, auch die der Mitarbeiter, werden immer wieder in Frage gestellt, Sichtweisen sollen erweitert und – wo nötig – verändert werden
  • „Chronifizierung“ soll vorgebeugt werden, indem Unterschiede wahrgenommen und Neuerungen gefördert und begrüßt werden
  • Vermeiden von defizitorientiertem Denken, stattdessen Ressourcen ansprechen und fördern
  • Ideen werden erarbeitet und umgesetzt auf verschiedenen Ebenen:
    - durch alltagspraktisches Tun
    - auf der Ebene von (therapeutischen) Gesprächen (Einzelgespräche und wöchentl. Gruppengespräche)
  • Im Umgang der Mitarbeiter mit den Bewohnern gilt das Prinzip „verhandeln statt behandeln“
  • Entscheidungen innerhalb der Gruppe werden demokratisch gemeinsam getroffen, jedoch hat der Einzelne Einfluß auf Prozesse und Entscheidungen

4. Angebote

4.1. Gruppenbetreuung

Die Gruppe wird genutzt für: gemeinsames Lernen, Erfahrungsaustausch, Lernen am Modell.
Neben einer wöchentlichen organisatorischen Runde bei der alles Notwendige für die Haushaltsführung festgelegt wird (Speiseplan, Einkäufe, Putzdienste, etc.) gibt es zu diesem Zweck eine wöchentliche Gesprächsgruppe (IBRP-Gruppe).

4.2. Individuelle Betreuung

Jeder Bewohner hat für die persönliche und individuelle Betreuung einen Bezugsmitarbeiter, der auch federführend für die individuelle Hilfeplanung nach IBRP verantwortlich ist. Die Betreuung des einzelnen Bewohners soll sich im Laufe der Bezugsarbeit zur Beratung entwickeln, d.h. der Bewohner soll mehr Verantwortung für eigene Bereiche übernehmen (z.B. einen eigenen Kalender führen/ lernen, eine eigene Akte und Verlaufsakte zu führen/ lernen, für sich zu sorgen und Gespräche einzufordern). In Zeiten psychiatrischer Krisen kann der Bezugsmitarbeiter intensiver begleiten.

5. Arbeit

Soweit nicht bereits vorhanden, sollte Arbeit oder Beschäftigung außerhalb der Arche ein angestrebtes Ziel sein. Es kann jedoch individuell abgesprochen werden, wie sich Arbeit oder Beschäftigung gestaltet: ob ganztags oder halbtags, ob WfB, geringfügige Beschäftigung oder eine der tagesstrukturierenden Arbeitsgruppen der Arche liegt an den Bedürfnissen und der Fähigkeit des einzelnen Bewohners.

6. Arztbesuch und Medikamente

Bei der Einnahme der Medikamente ist ein hoher Grad an Selbstverwaltung und eigenständige Einnahme angestrebt. In Krisenzeiten kann der Bewohner bei der Einnahme unterstützt werden.
Arzttermine müssen eigenverantwortlich geplant und eingehalten werden.


7. Wohnen, Haushalt, Pläne:

Verantwortung für Pflege und Ordnung der WG liegt bei der gesamten Gruppe. Die vollständige Selbst-versorgung in allen Haushaltsbereichen wird in der Gruppe geplant und durchgeführt.
Die Bewohner der Gruppe sind verantwortlich für die Finanzbudgets Essen, Freizeit, Haushalt.
Alle diese Verantwortungsbereiche werden von den Mitarbeitern begleitet und wenn nötig gemeinsam eingeübt.

8. Verbindung zur Hausgemeinschaft der Arche

  • Die monatliche Hausversammlung der Arche (mit Vorbereitung)
  • Gemeinsame Feste
  • Gemeinsame Urlaube und Ausflüge
  • Gruppenübergreifende wöchentliche Freizeitangebote
  • Inanspruchnahme sämtlicher Archemitarbeiter im Präsenzdienst

9. Funktionen und Schwerpunkte der Mitarbeiter

  • Federführung bei der Individuellen Hilfeplanung nach IBRP
  • Gruppenprozesse beobachten, reflektieren und lenken
  • Gruppen- und Einzelgespräche führen: Beratung, Klärung, Konfliktgespräche (Sozialberatung, Konfliktberatung, Inter-Personelle Konflikte)
  • Bewohner zu eigenverantwortlichem Umgang mit Verwaltungs- und Behördenvorgängen befähigen; zur eigenen Aktenführung anhalten
  • Kommunikation mit dem Arche Gesamtteam
  • Anleitung der FSJ. Deren Aufgabengebiet ist die Unterstützung der Gruppe in alltagspraktischen Dingen und im organisatorischen Bereich

Aufgaben – Schwerpunkte – Ziele

1.) Lebensqualität, Selbstwertgefühl des Bewohners erhalten bzw. steigern
2.) Auszug in Wohnformen mit weniger Betreuung, dieses unterstützen/begleiten
3.) Selbstständigkeit und Eigenverantwortung des Bewohners überprüfen und fördern
4.) Strategien/Methoden entwickeln zur eigenständigen Lösung von Problemen
5.) Lernen, den Alltag zu bewältigen
6.) Gruppenarbeit z.B. bei Festplanung, gemeinsame Urlaube, bei Konflikten in organisatorischen/ inhaltlichen Gruppen.