Ortsmitte gestalten

Wir möchten die Diskussion um die Ortsmitte unter Beteiligung möglichst vieler neu anstoßen.

Um was geht es uns?

Wir waren alle sehr verwundert über eine Bauvoranfrage im März zu drei Neubebauungsvarianten der zwei Scheunen in der Ortsmitte vor dem Hirschgebäude der ARCHE. Zum einen geht es um historische Baugrenzen, die beim Gebäude Bonus Markt eingehalten werden, zum anderen um die Beschlüsse des Gemeinderats zum Landessanierungsprogramm vom 12. 12. 2016 mit dem Titel Städtebauliche Erneuerungsmaßnahme Notzingen "Ortsmitte II". Bei der Bauvoranfrage war das Landessanierungsprogramm scheinbar wenig im Blick.
Wir haben daraufhin Bürgermeister und Gemeinderätinnen und Gemeinderäte angeschrieben und unsere Bitten und Vorstellungen vorgetragen. Dies war am Mitte Mai 2022.
Wir möchten die Diskussion um die Ortsmitte unter Beteiligung möglichst vieler neu anstoßen und veröffentlichen deshalb die Dinge.

Warum ist uns dies wichtig: Im Kern sind es drei Punkte:

  • Vollständige auch städtebauliche Umsetzung Landessanierungsprogramm Ortsmitte II
  • Stärkere Investitionen für den 1/3 Anteil der Bevölkerung in Notzingen über 60 Jahre.
    Die Gemeinde verfügt über so viele Rücklagen und könnte hier in die Zukunft einer immer älter werdenden Generation durch verkehrsberuhigte Zonen, gute Begegnungsflächen mit Ruhemöglichkeiten Raum geben.
  • Notzingen versammelt im Kern viele gehandicapte Menschen in der Ortsmitte, Flüchtlinge, psychisch Erkrankte, Ältere, Wohngruppen Stiftung Tragwerk usw. Dieser inclusive Charakter der Ortsmitte und die Rücksicht auf seine ortsprägenden Gebäude würde einer Gemeinde gut anstehen.

Es ist schon zentral, dass immer die ersten Ziele sich mit der Ortsmitte beschäftigen. Dies kann man auch als Priorität interpretieren. Wir bitten einfach, dies zu sehen und Konzepte zur Umsetzung zu entwickeln. Vielleicht kann man in dem Kontext noch einmal eine öffentliche Toilette diskutieren.

Aus den Brief Gemeinderat und Bürgermeister

Wir bitten, dass

  • Sie das Landessanierungsprogramm von 2016 mit seinen Zielen und Vorschlägen zur Ortsmitte umsetzten.
  • dass Sie Ihr Vorkaufsrecht der Scheuer links wahrnehmen, denn nur so können Sie eigentlich die von Ihnen beschlossenen Ziele Ortsmitte umsetzen
  • dass sie ein Konzept zur neuen Ortsmitte diskutieren, das keine Überbauung des linken Teils der abgerissenen Scheuer vorsieht
  • die Gestaltung des linken abgerissenen Scheuerteils als verkehrsberuhigte Zone integrieren mit Baum, Sitzgruppe, Freifläche vorsieht und eine verkehrsfreie Verbindung zum Kelterplatz schaffen.
  • keine zusätzlichen Parkplätze auf dem Teil der abgerissenen Scheuer geschaffen werden
  • Sie eine großzügige Schaffung von Parkplätzen auf der Straßenseite gegenüber mit Bäumen (green Parking) und breiten Straßenübergängen mit Zebrastreifen zur neuen Ortsmitte vorsehen
  • keine Überschreitungen der historischen Baulinie zugelassen werden
  • die freie Sicht auf das ortsprägende Gebäude Hochdorfer Str. 14 (Hirsch - ARCHE Wohnverbund) möglich ist.

Unsere Vorstellung

Aktueller Stand:

Auf unsere Fragen zum aktuellen Stand der Dinge hat und BM Haumacher folgendes mitgeteilt:

Hat die Gemeinde dem Kauf der Scheuer mit ihrem Vorkaufsrecht widersprochen bzw. wird sie dies tun und die Scheuer erwerben.
BM H: Für die Scheune wurde das Vorkaufsrecht ausgeübt, sie kommt also ins Eigentum der Gemeinde.

Ist das Gutachten über die Scheuer schon eingetroffen?
BM H: Das Gutachten, was die Scheune für einen Wert hat, ist noch nicht fertig. Das ist aber für das Vorkaufsrecht nicht von Relevanz. Da geht es nur darum, dass die Gemeinde Mittel aus dem Landessanierungsprogramm erhält für den Kauf, das eilt also nicht.

Ist die Gemeinde gewillt, das Landessanierungsprogramm - das ja Ortsmitte heißt - auch in der Ortsmitte umzusetzen? Welche weiteren Schritte sind dazu geplant?
BM H: Wie es konkret weitergeht ist noch offen, hat auch keine Eile. Zusammen mit an einer Neugestaltung interessierten Bauherren könnte das Scheunenareal abgerissen und in Kooperation umgestaltet werden mit Berücksichtigung von privaten und öffentlichen Interessen. Wenn man konkrete Pläne hat kann man dann auch die STEG als Träger des Landessanierungsprogrammes um Stellungnahme bitten.

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